Firefighter

Medien berichten immer häufiger davon, dass Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit durch Schaulustige und Angehörige behindert, beleidigt und sogar angegriffen werden.

Waren es früher „nur“ Beleidigungen und verbale Angriffe, wird nun immer häufiger auch körperliche Gewalt angewendet. Meistens sind es alkoholisierte Männer, die jeglichen Respekt vermissen lassen, aber auch aufgebrachte Angehörige, die mit der Situation überfordert sind.

Bei ihrer Arbeit ist es besonders wichtig möglichst schnell am Einsatzort zu sein, dort den ausreichenden Platz zu haben und dann störungsfrei die Aufgaben, nämlich Menschen zu helfen, wahrnehmen zu können. Diese Einsätze alleine sind oft schon psychische wie physische Extrembelastungen, die den Menschen vor Ort das Äußerste abverlangen.

Der Staat begegnet dieser Entwicklung durch eine Verschärfung des Strafrechtes. Es wurden dem Strafrecht die §§ 114 und 115 hinzugefügt. Dadurch wurden die Berufsgruppen der Polizei und Rettungskräfte besonders hervorgehoben. denn Körperverletzungen innerhalb dieser Berufsgruppen werden nun härter bestraft.

Ob nun die Abschreckung durch härtere Strafen wirkt, bleibt abzuwarten. Oft geschehen die Taten ja spontan, ungeplant und unüberlegt. Es muss etwas unternommen werden, damit Übergriffe gar nicht erst statt finden bzw. schnell unterbunden werden.

Sammeln wir doch einfach mal ein paar Ideen. Nicht jede Idee ist umsetzbar, manches muss diskutiert, ausprobiert und verbessert werden. Eventuell sind unter euch ja Betroffene oder ihr kennt jemanden der bereits Erfahrungen mit dieser Thematik gemacht hat. 

Police

Welche Maßnahmen könnten helfen Übergriffe auf Einsatzkräfte zu verhindern? 

  1. Die verschiedenen Berufsbilder der Einsatzkräfte sollten stärker in der Schule thematisiert werden. Dabei könnten die verschiedensten Fächer zum Einsatz kommen. Im Sportunterricht werden Übungen aus dem Arbeitsfeld der Einsätzkräfte durchgenommen. Von der Selbstverteidigung der Polizei bis zum Fitnessprogramm der Feuerwehr können Übungen in den verschiedensten Jahrgängen angeboten werden. In Politik wird die gesellschaftliche Bedeutung dieser Arbeit thematisiert, Naturwissenschaften erklären die chemischen, physikalischen und biologischen Auswirkungen eines Feuers oder die Wirkung von Drogen. Jedes Fach kann eine Verbindung zwischen den Aufgaben der Einsatzkräfte und den Lebenssituationen denen Kinder und Jugendliche potentiell ausgesetzt sein könnten.
  2. Im Rahmen der Berufsvorbereitung könnten die Berufsbilder der Einsatzkräfte verstärkt vorgestellt werden.
  3. Während der Schullaufbahn könnte es zu jährlichen Treffen zwischen Kindern, Jugendlichen und Vertretern der Einsatzkräfte kommen. Dabei kann dann jeweils dem Alter entsprechend auf etwaige Erlebnisse und Szenarien eingegangen werden. Das könnten Themen wie Drogenkonsum, Kleinkriminalität, Gewalt, Mobbing etc sein. Menschen in Uniform müssen wieder als Freund und Helfer wahrgenommen werden.
  4. Eventuell bietet sich auch an in Problembereiche zu fahren und vor Ort eine Übung abzuhalten. Also nicht erst wenn ein konkreter Einsatz vorliegt. Sondern das man sich gezielt durch eine solche Maßnahme vorstellt, die eben nicht durch den Stress des tatsächlichen Einsatzes aufgeheizt ist, sondern dann auch Gelegenheit bietet mit Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Der „Tag der offenen Tür“ kommt zu den Bürgern vor Ort.
  5. Vielleicht bietet sich an, dass andere Bürger sich, einem Schutzschild gleich auch um Einsatzkräfte versammeln, bzw. deeskalierend auf den Aggressor einwirken. Zivilcourage kann sich auf vielfältige Weise zeigen.
  6. In manchen Gegenden müssen eventuell Einsätze der Rettungskräfte automatisch durch die Polizei begleitet werden.
  7. Zusätzliche Schulungen der Einsatzkräfte können die Aus- und Weiterbildung erweitern.
  8. In Kindergärten könnten Theatergruppen Szenarien vorspielen. Oder ein Puppentheater zeigt den Polizeikasper. Andere Berufsgruppen könnten die Vorstellung erweitern.
  9. Eltern muss Nahe gebracht werden, das man im Rahmen der Erziehung den Kindern keine Angst vor Polizei und Co machen darf. Den Kleinsten muss der Polizist als Freund und Helfer näher gebracht werden.
  10. Vermehrter Auftritt in social media Kanälen. Dort könnten Aufrufe, Informationen, Porträts von Kollegen, fiktive Einsätze usw. gepostet werden.
  11. Gesprächsangebote mit bestimmten Tätergruppierungen sollten verstärkt werden. Moderierte Einzelgespräche zwischen Opfern und Tätern.
  12. Junge Medienschaffende (Blogger, YouTuber, Filmemacher, Autoren etc.) sollten sich dem Thema annehmen und dies auf ihre Weise der Öffentlichkeit näher bringen.

 

RTW

Wie ist die Lage in anderen Ländern, Regionen und Kulturen? Was sind eure Ideen, Ansichten und Meinungen zu dem Thema. Seid ihr selber schon einmal betroffen gewesen? Lasst uns zusammen Ideen und Maßnahmen entwickeln, damit dieses Verhalten wieder aufhört.

 

Weitere Informationen zum Thema:

1. https://www.wp.de/staedte/hagen/retter-setzen-zeichen-gegen-gewalt-gegen-einsatzkraefte-id11413113.html

2. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/feuerwehr-empoert-ueber-angriffe-auf-sanitaeter-aid-1.5715564

3. https://blaulichtreport-deutschland.de/helfer-sind-tabu-angriff-auf-einsatzkraefte-in-mainz/

4. http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/westpol-gewalt-gegen-sanitaeter-100.html

5. http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/angriffe-auf-einsatzkraefte-werden-strenger-geahndet.html

6. http://www.ksta.de/nrw/angriffe-auf-polizisten--kollegen-werden-getreten--geschlagen--bespuckt-und-beleidigt--26788816

7. https://polizistmensch.de/2017/04/aktion-helfer-sind-tabu

Letzte Aktualisierung am 23.06.2017

08.06.2017
 
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