WARUM BRICHBAG - UND WIESO RUCKSÄCKE?

Menschen ohne festen Wohnsitz waren immer schon Beweggrund für Sina. Die Begegnung mit einem Obdachlosen am Wuppertaler Bahnhof war ausschlaggebend für das erste Unternehmen MANOMAMA. Jahre sind vergangenen, und viele Begegnungen mit Wohnsitzlosen kamen hinzu. In allen Gesprächen und Erlebnissen lernte Sina eines: nicht Wohnung und Arbeit ist das brennendste „Problem“, Selbstwertgefühl und Hygiene ist es. „I bin koa Assozialer, aber so gschauts aus!“, waren die Worte von Gottfried. Die Idee für BRICHBAG war geboren: wasserfeste und schmutzabweisende Rucksäcke, die die wenigen Habseligkeiten der Menschen ordentlich behüten. Darüber hinaus sollen die Rucksäcke helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken. Weg vom Obdachlosen mit flattrigen Plastiktüten hin zum Grenzgänger mit Wanderrucksack.

Im Rucksack finden sich Hygieneartikel wie Mundwasser, Seife und Desinfektionsspray, aber auch haltbare Nahrungsmittel wie Studentenfutter, Trockenfrüchte oder Instant-Pulverkaffee. Dank vieler helfender Unternehmen wurde aus dem Rucksack ein richtiges Goodiebag für die Menschen, die am wenigsten Obacht in unserer Gesellschaft bekommen.

500 Obdachlosenrucksäcke sind ein Anfang

Die ersten 500 Rucksäcke hat Sina durch viele Vortragshonorare selbst stemmen können, aber: das wird nicht reichen. Warum? Weil die Zahlen der Sozialstatistik der Bundesregierung keine schönen sind.

BRICHBAG - DER NAME

In Augsburg wurde die Idee geboren, in Augsburg ist Sina zuhause. Augsburg ist die Stadt Bert Brechts. Von ihm stammen die Zeilen:

„Reicher Mann und armer Mann standen da und sah'n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich‘.“

Für den einen mögen diese Zeilen platt das Ungleichgewicht in unserer heutigen Zeit skizzieren, für Sina sind sie Leitmotiv. „In unserer Gesellschaft darf es Menschen unterschiedlich gut gehen, niemandem aber schlecht“, ist ihr Motto. In dieser Tradition entstand der Name: BRICHBAG, die „Brücke zwischen Arm und Reich“. 

GUTES BAG & GOODIEBAG

Unsere Obdachlosenrucksäcke sind der Anfang, den Menschen auf der Straße eine Alternative zu Plastiktaschen zu geben: geräumige, schicke, wasserdichte und witterungsbeständige Rucksäcke aus Resten der Markisenindustrie. Doch das alleine reicht nicht: wir machen aus dem guten Bag ein Goodie-Bag - dank zahlreicher Unterstützer, die mit Beigabe ihrer Produkte helfen. Ob Bio-Kaffee, Desinfektionsmittel oder warme Socken - jedes Puzzleteil hilft zu helfen.

Haben auch Sie ein Unternehmen und ein geeignetes Produkt, mit dem Sie unser Projekt ein wenig nach vorne bringen möchten? Schreiben Sie uns - wir freuen uns riesig!

 

  

LINK: 

brichbag.de

Fazit:

Produktionsreste eines Markisenhersteller werden zu Rucksäcken und damit zu einer Brücke für Menschen zurück ins Leben. Ein tolles Projekt, welches eure Unterstützung verdient. Schaut euch die Website an und erzählt allen davon. Nach Möglichkeit Produkte kaufen, nutzen und verschenken.

Wenn ihr noch andere Projekte und Ideen kennt, wie man Obdachlosigkeit "bekämpfen" kann, dann lasst es uns wissen. Was sind die Ursachen dafür, das Menschen ihre Wohnung verlieren oder aufgeben. Gibt es Indikatoren, die ein solches Verhalten andeuten? Was können wir als Gesellschaft tun, damit es erst gar nicht so weit kommt. Könnten Nachbarschaften sensibilisiert werden, braucht es mehr Bezugspersonen? Gibt es Modelle aus anderen Ländern und Kulturkreisen? Wer hat Ideen und Lösungen zu diesem Themenkomplex?

23.10.2017
 
share social
Comments
Order by: 
Per page:
 
  • There are no comments yet
Facebook comments
 
Disqus comments
Actions
Rating
1 votes